2014/5 Alpen und Maiensässe

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2014/5 Alpen und Maiensässe

Tierische Robustheit dank «Höhentraining»
Vorwort von Markus Joos

Hauptthemen

Alpwirtschaft in den Valli del Bitto
Text und Fotos: Yolanda Alther

Knapp 25 km Luftlinie von der Bündner Grenze entfernt, findet sich ein Alpwirtschaftsystem, dessen Betreiber bis zu 20-mal ihren Standort pro Alpsommer wechseln. Sie wandern mit ihrem Vieh und ihren Gerätschaften von calécc zu calécc. Das sind einfache Trockenmauerbauten, die sie temporär mit einer Plane überziehen und in denen sie wohnen und ihren Käse herstellen. Die Untersuchung dieses noch lebendigen Systems mit seinen letzten Betreibern ist auch für die alpine Archäologie von Interesse.


Das Alpvolk – wer arbeitet auf den Alpen?
Text: Curdin Foppa

90 Tage dauert im Schnitt die Sömmerung im Kanton Graubünden. Wer ist bereit, seine Arbeitsstelle für drei Monate zu verlassen und gegen einen harten Job auf der Alp mit langen Arbeitstagen und bescheidenem Lohn zu tauschen? Welche Gründe sprechen dafür und welche eher dagegen.

Wem gehören die Alpen?
Text: Christian Dettwiler

Jährlich sömmern rund 130 000 Tiere auf Bündner Alpen, davon sind 13 Prozent «Gäste» aus dem Unterland. Für die Alpbetreiber ist dieser Viehtourismus ein sehr angenehmer Zustupf zum Gesamtbudget ihrer Alpbetriebe. Wer aber sind nun diese Alpbetreiber, und viel wichtiger noch, wem gehören die Alpen, die im Schnitt während 90 bis 100 Tagen pro Jahr bestossen werden?

Gesellschaftlicher Mehrwert dank bewusstem Umgang
Text: Daniel A. Walser

Die Mechanisierung der Landwirtschaft und der wirtschaftliche Druck zu grösseren Komplexen haben die Stallbauten vielerorts an die Dorfränder gedrängt. Seither sind die alten Ställe und Heuschober innerhalb der Dörfer kaum mehr genutzt. Dieser radikale Strukturwandel führte in Graubünden zu Dörfern, wo nahezu die Hälfte der Bauvolumen ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Wenn die Dörfer ihre spezifische Identität nicht verlieren wollen, sind baulich und funktional intelligente Konzepte gefragt.


Ferien über dem Bauernhof – auf der Alp und im Maiensäss
Text und Fotos: Reiner Schilling

Nebst dem klassischen Ferienangebot in Graubünden gibt es auch Agrotourismus in höheren Lagen. Hier vermieten Landwirtschaftsbetriebe Maisensässe und Alphütten und sich verkaufen Produkte und organisieren Events.


Vom Moment des Übergangs
Text: Katharina Ammann

Das Künstlerpaar Gabriela Gerber und Lukas Bardill untersucht seit vielen Jahren den voralpinen Landschaftsraum auf seinen ästhetischen Gehalt. Dabei interessiert die beiden die Qualität von unspektakulären Übergangsorten und Zwischenmomenten.


Bündner Alpen – wird dort überhaupt noch gekäst?
Text und Fotos: Reiner Schilling

Mit dem Namen Graubünden schmücken sich allerlei Lebensmittel und Spezialitäten. So auch der Bündner Alpkäse. Vielfältig sind sein Geschmack, die Herkunft und auch der Preis. Wie aber sieht die Zukunft der Sennalpen Graubündens aus?


Spuren zwischen Dorf und Alp
Text und Fotos: Walter Schmid

Einst waren sie wichtige «Betriebsteile» der Berglandwirtschaft, temporär während der Sommermonate besiedelt und vor allem für die Heuernte zwischen Dorf und Alp genutzt – die Maiensässe. Längst wird das gewonnene Heu nicht mehr dort zwischengelagert, sondern über Alpstrasse direkt ins Tal transportiert. Die funktionslos gewordene Maiensässhütten werden zur Deckung anderer Bedürfnisse genutzt. Heutigen Komfortansprüchen entsprechend umgebaut, dienen sie als Jagdaufenthaltsort oder zu Ferienzwecken. Doch Spuren aus den Zeiten ihrer einstigen Bedeutung sind den Maiensässen bildhaft geblieben – auch in den Aclas Dafora von Alvaneu.

Gasetta:
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Alte Ställe erinnern an früheres Bergbauerntum
Der Verein Safier Ställe leistet einen Beitrag an die Wirtschaftsverhältnisse des Safientals. Dächer von alten Ställen werden mit Schindeln oder Steinplatten saniert und vor dem Zerfall bewahrt. Diese Ställe sind Ausdruck der walserischen Lebensform und Siedlungslandschaft. Überliefertes Handwerk ist eine Nebenerwerbsquelle für Einheimische.

Es darf wieder gemeckert werden?
Text und Fotos: Heini Hofmann

Die Wiederentdeckung von Zottel, Zick und Zwerg.
Die Ziegen haben ein Problem. Vom nationalen Symboltier verkamen sie zur Marginale der Nutztierszene. Doch seit Kurzem hat sich das Blatt gewendet. Die Geissen sind wieder im Kommen. Momentan sind sie sogar die einzige Nutztierart mit Wachstumsrate. Und weil das Bündnerland das Steinbockland der Schweiz ist und die Ziegen mit den Steintieren verwandt sind, ist Graubünden den Geissen besonders verpflichtet.


Gut behütet
Text: Maya Höneisen Fotos: Rolf Canal

Begegnung mit Modistin Verena Philipp
Es hat eine lange Tradition und erlebt gerade ein Revival: der Hut. Die Modistin Verena Philipp hat sich dieser Kopfbedeckung verschrieben. Sie fertigt alles, was den Kopf ziert und schützt. Von der Schiebermütze bis zum extravaganten Prunkstück.


Der ausrangierte Bahnhof dient heute Gedankenreisen
Text: Elisabeth Bardill Fotos: Rolf Canal

Zu Besuch im Misoxer Dorf Soazza.
Ein immer dichterer Verkehrstrom rollt auf der Autostrasse A13 durch das italienischsprachige Südtal Misox. Doch die alte Staa commerciale bringt uns unterhalbe Mesocco in Kulturdorf Soazza, das in einer Hangmulde auf der rechten Talseite eingebettet liegt. Das Dorf wird als eines der schönsten Dörfer Graubündens wahrgenommen.


Schmelzende Archive mit grossem Potential
Text: Leandra Naef und Thomas Reitmeier

Gletscherarchäologie in Graubünden.
«… den wir fanden auf diese Gletscher Stük von Nussschalen, Ross- und Menschen-Haar und Hobelschniten, worüber wir uns nicht wenig verwunderten.» Was beim Seewiser Chronisten Nicolin Sererhard noch Verwunderung auslöste, wie er in seiner 1742 erschienen «Einfalte Delineation aller Gemeinden gemeiner dreyer Bünden» notiert, wird im Zusammenhang mit dem aktuellen Gletscherschwund inzwischen systematisch erforscht. Mit einem neuen Projekt werden hochalpine Pässe regelmässig begangen und auf historische und urgeschichtliche Eisfunde untersucht.