Gleichgewicht durch Naturheilkunde

Die «Swiss Mountain Clinic» in Castaneda
Gesund werden im Calancatal: In der «Swiss Mountain Clinic» wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt. Ein Besuch.
Text 
Elisabeth Bardill

Mit seiner Elementarlehre hat Paracelsus auf der Schwelle zur Neuzeit eine uralte Denktradition mit naturwissenschaftlichen Betrachtungsweisen versehen und weitergeführt. Für ihn waren Luft, Wasser, Feuer und Erde mit allen erdenklichen Qualitäten ausgestattet. Sie sind Weltmächte. Diese Elementarlehre wäre unvollständig ohne den Hinweis auf deren Bedeutung im medizinischen und spirituellen Denken. Die schriftlich dokumentierte Erneuerung der Heilkunde des 16. Jahrhunderts ist aktueller denn je.

Während der vergangenen 500 Jahre hat sich die Naturheilkunde durchsetzen können. In manchen Zeiten nur am Rande und in verborgenen Nischen. Sie wurde im Laufe der Zeitgeschichte immer wieder belächelt, verbannt und auch missbraucht. Auch der Name des Arztes und Visionärs Theophratus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493–1541), wird allzu oft in falschen Zusammenhängen verwendet. Die Privatklinik in Castaneda hat aus diesem Grund eine Namensänderung vorgenommen. Die einstige Paracelsus-Klinik wechselte zum Namen «Swiss Mountain Clinic». Der Gebäudekomplex klebt wie eine Bienenwabe nahtlos am Steilhang, liegt hoch über Grono zwischen den Dörfern Castaneda und Sta. Maria. Die kleinteilige Baustruktur vermittelt den Gastpatienten das Gefühl, im eigenen Haus mit Balkon zu sein. Der Wildgarten mit Resten alter Obstbäume und Spuren eines uralten Kirchenweges erinnern an die Lebensgrundlage einer Familie in früherer Zeit. Das Klima, die Wanderwege und die Ruhe unterstützen die Heilerfolge der Gäste. Die Postautohaltestelle direkt neben der «Swiss Mountain Clinic» ermöglicht An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von den Bahnhöfen Chur oder Bellinzona mit Umstieg in Grono. Das aufgestellte Baugespann deutet auf den Erweiterungsanbau hin. Es sollen demnächst Patientenzimmer und weitere Behandlungsräume entstehen.

Im Dienst der Gesundheit

Auf sich aufmerksam machte die junge Ärztin Friderike Wiechel mit der Preisverleihung des QS24-Award des Schweizer Gesundheitswesens im Jahr 2021. Geehrt werden Persönlichkeiten für die Umsetzung wegweisender, herausragender Visionen rund um das Thema Gesundheit. 1986 geboren und aufgewachsen in Petersdorf Brandenburg erlebte Friderike ihre Mutter dort als begeisterte, leidenschaftliche Ärztin in deren Landarztpraxis. Nach dem Humanmedizinstudium in Hamburg und der Assistenzarztzeit in Zürich, ging ihr grosser Traum in Erfüllung, an der Seite ihrer Mutter tätig zu sein. Sie schloss ihre schulmedizinische Ausbildung ab mit: Internist, Hausarzt, Allgemeine und Innere Medizin FMH. Sie spricht deutsch, französisch, englisch und italienisch.

Seit der Übernahme des Gesundheitszentrums 2008 durch ihre Eltern, konnte Friderike während ihrer Semesterferien Einblick in alle Betriebszweige nehmen, wobei die Küche zu ihrer Lieblingsabteilung wurde. Dass man sich die Nahrung selber zubereitet, wurde zum Leitfaden ihrer medizinischen Ausrichtung. Die Nahrung, vor allem auf der Basis von Gemüse und Kräutern, gibt Lebenskraft. Friderike hat zwei Buben im Vorschulalter und geniesst neben der Teilzeitarbeit in der Klinik das nahe Zusammensein mit der Familie im eigenen Haus im Nachbardorf Sta. Maria/Calanca. Die Gesundheit der Kinder wurde zum Schwerpunkt ihrer Forschung und Ratgeberfunktion in Fernsehsendungen QS24 Gesundheit. Friderike ist daran, Wurzeln zu schlagen, möchte das Rad in manchen Dingen zurückdrehen, um einfacher leben zu können. Deswegen legt sie sich einen privaten Gemüsegarten an. Sie sieht manche Krankheit als Chance für eine Besinnung und Neuorientierung. Friderike Wiechel möchte dereinst das Lebenswerk ihrer Eltern in Castaneda weiterführen. Ihre weitherum bekannte Mutter Dr. Petra Wiechel ist die Chefärztin. Deren Motto ist: «Im Zentrum steht der Mensch und nicht dessen Krankheit. Wir stehen im Dienst der Gesundheit des Menschen.» Vom Säugling bis zum hochbetagten Menschen werden in Castaneda Behandlungen durchgeführt.

Kompetenzzentrum für Regula­tions- und Ursachen-Medizin

Alle Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sind schulmedizinisch ausgebildet und diplomiert. Sie haben zusätzliche Ausbildungen in der biologisch funktionellen Regulationsmedizin und Ursachendiagnostik durchlaufen und Erfahrungen gesammelt. Tag und Nacht ist ein Arzt des Fünferteams im Haus anwesend.

Diese Leute sind nicht Mediziner geworden, nur um Symptome zu bekämpfen. Man will die Ursachen kennenlernen, um zu helfen und wirkliche Probleme ­lösen zu können. Krankheit ist immer ein Prozess von Wochen, Monaten, oft Jahren. Einige zeittypische Krankheits­ursachen, die angegangen werden, sol­len hier benannt werden: Suchtmittel-Entzug, Fasten-Krisen, Funkstrahlung, Sauerstoffmangel durch Maskentragen, Dauerstress, mediale Macht und Unterdrückung … Die «Swiss Mountain Clinic» verfügt über die neuesten Analysen- und Therapiemethoden auf physischer und psychischer Ebene wie zum Beispiel Dunkelfeld-Mikroskopie, Ultraschall Un­tersuchung, Ganzkörperkältetherapie oder Inuspherese (Blutreinigung).

Gesundheit geht durch die Küche

Mit den Jungköchen der «Swiss Mountain Clinic» erläutert Friderike Wiechel den Heileffekt der Nahrung in jedem Rezept und geht dabei auf verschiedene Krankheitsbilder ein. In ihren wöchentlichen Sendungen beim Sender QS24.tv spricht sie diejenigen an, die ihre Krankheit als Chance sehen und die Ernährung in die Heilung mit einbeziehen wollen. Die Rezepte sind für jedermann und zeigen, warum gesunde Ernährung die wichtigste Säule im Leben sein sollte.
Nicht zu vergessen sind die Heilpflanzen. Wildkräuter enthalten viel mehr Vitamine und Mineralstoffe als normales Kulturgemüse. Da diese Pflanzen meist nur in den Frühling- und Sommermonaten zur Verfügung stehen, sollten im Garten einige davon wieder heimisch werden. Denn frischgeerntete Pflanzen und Kräuter sind am heilkräftigsten. Thymian, Oregano, Rosmarin, Spitzwegerich, Salbei oder Feldstiefmütterchen …

Die Bauherrin der Klinik, Adele Duttweiler, war Patientin des Arztes Dr. Gerhart Anselmi (1919–2007) in Castaneda. Ihre Reisen vom Zürichsee ins Misox führten zur Linderung ihrer Leiden. Der Arzt durfte bei dieser grossherzigen Frau seinen Wunsch nach einer eigenen Klinik anbringen, der dann in Erfüllung ging. Im Jahr 1987 wurde die Institution eingeweiht, als einen besonderen Ort, wo man den Ursachen von Schmerzen und Unwohlsein tief auf den Grund geht. Dr. Anselmi war als erster Klinikarzt ein bedeutender Vertreter der medizinischen Grundsätze nach Paracelsus.

 

Weitere Infos

Autorin Elisabeth Bardill ist regelmässige Mitarbeiterin der «Terra Grischuna».